Ausländer sollen sich in Görlitz wohler fühlen
Sächsische Zeitung, 24.12.2009
Herr Opitz, Sie sind dabei, ein Patenschaftsnetzwerk in Görlitz zu gründen, das Einwanderer und Einheimische einander näherbringen soll. Warum?
Weil für beide Seiten Vorteile entstehen und das Zusammenleben bunter wird. Für die Einwanderer ist es nicht immer leicht, Fuß zu fassen. Wir wollen ihnen eine Plattform bieten, wo sie leichter auf Einheimische zugehen können und auf andere Ausländer, die schon länger hier leben. Für die Einheimischen kommt ein spannender Blick über den Tellerrand heraus.
Ein ähnliches Projekt gab es bereits im Raum Niesky, die jetzige Idee kommt aus Weißwasser.
Ja, es läuft unter der christlichen Initiative für Jugend- und Sozialarbeit, Impuls e.V. Das Bundesamt für Migration und der Landkreis fördern es. Wir haben gute Erfahrungen gesammelt, die wir in Görlitz nutzen wollen. Es geht aber nicht darum, etwas überzustülpen. Es gibt in Görlitz schon gute Ansätze zu diesem Thema. Wir arbeiten mit dem Görlitzer Netzwerk für Integration und Trägern wie Ca-Tee-Drale und Caritas zusammen.
Weißwasser mit seinen vielen Spätaussiedlern scheint solch ein Netzwerk mehr zu brauchen als Görlitz.
Die Kontakte zu Görlitz bestehen schon länger. Jugendmigrationsdienst und Erstberatung durch die Caritas werden auch in Görlitz gut genutzt. Für konkrete Zahlen zu Einwanderern in der Stadt habe ich bei der Ausländerbeauftragten des Kreises schon angefragt.
Ein erstes Treffen des Netzwerks gab es schon. Wie lief es?
Sehr gut, es sind über 20 Interessierte gekommen, darunter viele Polen, aber auch Leute aus Ukraine, Russland, Vietnam, Türkei, Iran. Es entstand ein sehr offenes Gespräch. Leider waren nur vereinzelt Einheimische da. Es wird jetzt unsere Aufgabe, das zu ändern.
Wie könnte das gehen?
Wir wollen persönliche Beziehungen fördern und haben unter anderem Patenschaften zwischen Einheimischen und Zugewanderten im Kopf. Auch ein Selbsthilfenetzwerk könnte aufgebaut werden.
Gespräch: Jenny Ebert
Nächster Treff des Netzwerks: 25. Januar,
16 Uhr, Caritas-Kreisstelle, Wilhelmsplatz 2.