Grundlegendes
Ziel von Augen auf - Zivilcourage zeigen ist die Förderung sozialer
Toleranz und Zivilcourage in Ostdeutschland, bei dem wir vor allem hier
lebende Ausländer bei der Integration in ein neues, unbekanntes Umfeld
unterstützen wollen. Des weiteren möchten wir einen Beitrag zur
Sensibilisierung der Bevölkerung zu den Themen Zivilcourage und Toleranz
leisten und zum kreativen Mitgestalten der Zukunft anregen. Augen auf
- Zivilcourage zeigen hat sich im November 2000 in Zittau gegründet,
weil es Zeit wird aufzustehen für Artikel 1 des Grundgesetzes: Die
Würde des Menschen ist unantastbar. Mit uns ist so lange zu rechnen,
wie dieser Würde der nötige Respekt nicht entgegengebracht wird.
Wir wollen unsere Augen nicht verschließen vor Diskriminierung, Alltagsrassismus
und Menschenverachtung. Wir wollen, dass diejenigen, welche die Augen gegenüber
der Intoleranz bisher verschlossen haben, endlich den Mut finden, sie zu
öffnen, um selbst Zivilcourage zu zeigen. Ein Mittel, um ein Zusammenkommen
und Kennenlernen von Menschen verschiedener Herkunft und Kultur zu ermöglichen,
sind Festivals Augen auf - Zivilcourage zeigen, welche vom 18. -
20. Mai 2001 im ostsächsischen Zittau
und vom 24. - 26. August 2001 im brandenburgischen Cottbus
erfolgreich durchgeführt wurden. Durch die Festivals, welche informieren,
motivieren und mobilisieren sollen, möchten wir insbesondere einen
Abbau von Intoleranz und Vorurteilen bewirken sowie deren Regionen, vor allem
der Jugend, ein kulturelles Erlebnis bieten. Durch Workshops, Diskussionen,
Musikveranstaltungen, Ausstellungen, Vorlesungen, Sportveranstaltungen,
Theatervorstellungen und vielem mehr soll eine Ebene des kommunikativen
Miteinanders hergestellt werden, denn der vielverbreitete Begriff des Alltagsrassismus
nimmt in Ostdeutschland immer mehr Gestalt an.
Ostdeutschland im Allgemeinen und der Lausitz im Besonderen eröffnen
sich durch die geplante EU-Osterweiterung neue Marktchancen. Der durch den
Wegfall des Braunkohleabbaus von Arbeitslosigkeit angeschlagenen Region
würde dies zu Gute kommen, denn viele Menschen verließen und
verlassen die Lausitz, was eine Überalterung der Bevölkerung zur Folge hat.
Daher müssen dringend attraktive Möglichkeiten, insbesondere
Ausbildungsplätze für junge Leute geschaffen werden, denn die
hier lebenden Jugendlichen sind durch den zunehmenden Alltagsrassismus
und dem sich immer mehr ausbreitenden Klima des Wegschauens zunehmend
gefährdet. Wir werden gegen diesen Alltagsrassismus vorgehen, indem
wir zum einen möglichst viele Menschen mit unseren Festivals ansprechen
möchten und überdies zeigen, dass es für verschiedene Interessengruppen
eine gemeinsame Basis gibt. Ein großer Anteil der in Ostdeutschland
lebenden Ausländer sind Flüchtlinge, die in Asylbewerberheimen
untergebracht sind. Da eine umfassende Integration jedoch erst durch die
Beherrschung der Landessprache ermöglicht wird, flossen die
Einnahmen des Benefizkonzerts im Cottbuser Strombad, welches den Höhepunkt
des Augen auf - Zivilcourage zeigen-Festivals darstellt, in die Finanzierung
des Deutschunterrichts von in Cottbus lebende AusländerInnen. Der
Augen auf e.V., der sich nunmehr in der Gründung befindet, ist ein
Zusammenschluss von Privatpersonen sowie Institutionen, Vereinen, Initiativen,
und Künstlern aus Bayern, Berlin, Brandenburg und Sachsen. Auch nach
dem zweiten Festival Augen auf - Zivilcourage zeigen werden wir
uns für Toleranz und Zivilcourage einzusetzen. Wir streben an, die
Veranstaltung in diesem Jahr auch in anderen Städten Deutschlands
und vielleicht auch europaweit durchzuführen. Aus den gewonnenen
Erfahrungen wollen wir lernen und durch eben diese weitere Projekte und
Initiativen durchführen bzw. unterstützen.